Hilfe, mein Laptop ist Stier!

24 04 2008

Der StierNach mehr als einem Monat qualvollen Wartens habe ich jetzt einen neuen Laptop. Ich habe mich riesig gefreut, entsprechend seinen Ausmaßen. Ja, er ist nicht der kleinste. Alle neuen Funktionen habe ich ausprobiert und im Web gesurft, als hätte ich noch nie die Freuden des Onlinezeitalters gekostet. Doch mehr und mehr schlichen sich die ersten Dämpfer ein. Ungewöhnlich lange Ladezeiten. Ein sehr schickes Layout, das aber leider sehr schwer bedienbar ist. Mir kam ein Verdacht: Ist mein Laptop etwa ein Stier?

Ich habe nochmal nachgeschaut: Ja, diese Zeit gehört den Taunus-Kindern. Bleibt nur noch eine einzige Frage: Kann ein Laptop an sich einem bestimmten Sternzeichen angehören? Ist die Macht der Astrologie so groß, dass sie sogar der Technik Charaktereigenschaften abgewinnen kann?

Ich für mich habe diese Frage mit einem ja beantwortet. Ich kenne einige Stier-Geborene und möchte nicht allen grundsätzlich bestimmte Eigenschaften zusprechen, aber es gibt doch auffällige Gemeinsamkeiten!

Ein Stier geht nicht frohlockend auf Veränderungen zu. Er mag es eher nach Plan und gesichert. So auch mein Laptop. Er traut mir nichts zu und fragt mich lieber dreimal, ob ich das auch WIRKLICH machen möchte.

Wenn Stiere etwas tun, so machen sie es gründlich, was mitunter länger dauern kann, aber dafür besser ausieht. (Das sind die Kinder, die wirklich IMMER entlang der Linie ausgeschnitten haben.) Sie legen nämlich viel Wert auf das Schöne im Leben. Schließlich ist der regierende Planet die Venus. Brauche ich noch groß auf meinen Laptop hinzuweisen?

Und das dritte große Merkmal: Das Mit-dem-Kopf-durch-die Wand-Syndrom. Haben sich Stiere nämlich festgelegt und auf einen Wandel eingelassen, lassen sie nicht locker – koste es, was es wolle. Sie sind wie die Helden im Film. Selbst nachdem sie von einem Auto überfahren, in die empfindlichsten Körperteile getreten worden sind und nur noch am Ringfinger vom Rand der Klippe hängen, denken sie: „Ha! War das schon alles? Denkst du etwa ich gebe jetzt schon auf?!“. Das ist mein Laptop.

Ob das die besten Eigenschaften für einen Laptop sind? Ich habe da so meine Zweifel, aber ich setze auf eine weitere Seite des Stiers: Die tiefe Treue. Vielleicht gewöhnt sich der Laptop irgendwann an mich und kämpft dann gegen die bockigen Programme. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg der gemeinsamen Gewöhnung.





Heute schon gebloggt?

3 01 2008

Ein bischen Bildereinbinden, ein bischen Text, ein bischen Witz, ein bischen Layout – alles hab ich mal ein bischen probiert. Darf es noch ein bischen mehr sein?

Langsam kommt doch das Selbstverständnis als Bloggerin. Würde jetzt jemand in den Raum rufen: „He, du Blogger!“, könnte ich mich möglicherwiese angesprochen fühlen – im Gegensatz zum Anfang. Man hat Herzblut investiert und viel Zeit (hätte ich das gewusst!), und langsam beginne ich es zu lieben.

Doch ich stelle mir häufiger die Frage, wo der Blog hinführen soll.
Man kann viel träumen und viel tun. Aber was ist realistisch? Wie viel Aufwand lohnt sich? Bringt es mich weiter?

Zum einen die Familie. Ich habe das Gefühl, seit ich diesen Blog führe, kann sich vor allem meine Familie genauer vorstellen, was ich so im fernen Darmstadt mache. Ja, wie ich überhaupt schreibe. Ob ich trotz allem noch was werden könnte.
Es ist nicht einfach, allen alles zu zeigen. Je nach Person existiert auch ein bestimmtes Bild von mir. Durch diesen Blog könnte es sein, dass ich anders wahrgenommen werde, da ich zu niemand bestimmten rede und daher auch keiner bestimmten oder konsequenten Rolle entspreche.
Vielleicht wird man ernster genommen oder stärker unterstützt, doch ich denke, es fallen auch Masken.

Zum anderen hält mich dieser Blog dazu an, mein Wissen über Layout, HTML, CSS sowie Textgestaltung konkret anzuwenden und mehr auszuprobieren. Ich bin nicht als der Technikfreund bekannt, aber selbst wenn man etwas nicht besonders lieben kann, kann es nicht von Nachteil sein, es zu beherrschen. Man muss schließlich seinen Feind kennen!

Zum wiederum anderen (ich nenne das die neue Lysannsche Aufzählung, besonders geeignet für Leute, die nur bis zwei zählen können) kann ich auf diese Weise „Kontakt“ mit vielen alten Freunden halten. Wobei Kontakt doch ein wenig mehr Feedback der Mitlesenden erfordern würde. Also eher im Stil einer Rundmail (nicht wahr, Anna?).

Zum allerletzt einen kann ich auf diese Weise mal all die Dinge loswerden, die so in mir rumspuken, die zum Erzählen zu lang sind und für eine Kurzgeschichte zu kurz.

Doch darf es noch ein bischen mehr sein?

Das ist die Frage.

  • Wenn ich diese Seite aufsuche, schaue ich immer, was ich denn so geschrieben habe. Und bin enttäuscht. Ich hätte gern mehr Blogbeiträge, am besten regelmäßig, damit ich weiß, wann ich neue Beiträge auf meinem Blog finden kann und nicht immer gespannt aktualisiere, um dann wieder nichts vorzufinden (schließlich haben nicht alle einen Feedreader). Ich bin am Schwanken zwischen zweimal die Woche oder dreimal. Am Besten bestimmte Tage, dafür müssen die Beiträge nicht mehr so lang sein.
  • Dann zum Layout. Ich bin ja ein ästhetischer Mensch und manchmal überlege ich mir ernsthaft, ob es nicht einfacher wäre, die Beiträge von Hand zu schreiben, einzuscannen und voilà – fertig ist der persönliche Blog. Wir können das ja mal ausprobieren. Einfach melden, ich bin gerne dabei.
  • Mit freundlicher Unterstützung von Florian ist die obere Bildleiste entstanden, die mir recht gut gefällt. Anzumerken ist, dass Nummero 3. und … Moment … nachzählen… 8. von mir gezeichnet sind. Das wäre auch eine Möglichkeit, die ich zur Zeit hin und her wälze. Soll ich ein paar meiner Zeichnungen hier einbinden?
  • Dann höre ich immer wieder, dass manche sich die Beiträge ausdrucken. Ob ich eine Druckversion einbauen sollte, oder geht es auch so?
  • Die Sortierung. Am Liebsten würde ich die langsam wachsende Anzahl der Blogbeiträge nach Inhalt sortieren und nicht nach Monat.
  • Und soll ich die Bücherliste erweitern? Eine kleine Buchkritik pro Woche, weil Lesen schließlich ein wichtiger Bestandteil meines Lebens ist?

Jetzt seid ihr mal mit meinen Gedanken geflutet worden. So viel Freiheit bietet auch viel Raum zum Entscheiden. Ich bin mir noch unsicher wie es weitergehen soll, doch jetzt habt ihr meine Blogwelt offen vor euch liegen.





„Hätten wir hier nicht rechts gemusst?“

30 11 2007

So eine Lysann, die braucht ein bischen Verwirrung, ein bischen Veränderung in ihrem Leben. Und wie erzeugt man Verwirrung? Genau. Man biegt links ab, wo man immer rechts abgebogen ist.

Der neue Sport: Verfahren

Ich habe die Philosophie des Verfahrens für mich entdeckt. Es mag zum Teil daran liegen, dass das flachbrüstige Hessen (bzw. Darmstadt) keine guten Kurven bietet. Zum anderen auch daran, dass man Abkürzungen finden möchte – die altbekannte Suche nach dem Besseren. Doch der eigentliche Reiz liegt darin, einmal später abzubiegen und auf der anderen Seite der Stadt herauszukommen, ohne es sich geographisch erklären zu können.
Eine ungeahnte Freude! Neue Stadtteile gibt es zu entdecken, mit ihren Naturparks, Verkehrsführungen (oder Entführungen) und Geheimrestaurants. Und dann die Erleichterung endlich etwas wiederzuerkennen. Der Stolz zu wissen, wohin dies Abbiegung führt, an der ich sonst immer vorbei fahre. Einfach der Reiz des Entdeckens. Im Zeitalter der ausgemalten Weltatlasse – weiße Flecken sind verpönt – im Zeitalter der googlemaps und des Navi gönne ich mir die Freiheit, nicht zu wissen, wo es langgeht. Wie sonst findet man die besten Parkplätze? Das fast vergessene Schlösschen mitten im Wohgebiet?

So spreche ich ein Plädoyer fürs Verfahren aus: Schaltet die Navis aus, zerreist die Straßenkarten und überlasst euch eurem Orientierungsgefühl (und wer keins hat, wird wohl ein kontaktfreudiger Mensch werden). Denn wie sagte einst so schön Goethe? „Entdecke die Möglichkeiten!“
Ach nein, das war Ikea :D