Unter einem Dokumentar oder Archivar stellt man sich einen buckligen Alten vor, der durch die Katakomben schlürft, immer mit einem Stapel uralter Dokumente beladen. Er allein kann noch die kryptische Notiz am Rand der wichtigen Verkündung entschlüsseln, er allein kennt alle wichtigen Namen der Geschichte, die leider vom Staub der Zeit zugedeckt wurden. Im Kontakt zur Außenwelt zischt er meistens Mahnungen der Art: “Nichts berühren!”, “Nein, fass das nicht an, du bringst das nur durcheinander!” oder “Finger weg! Wo hast du das rausgezogen??! Ich hatte doch alles gerade erst geordnet …!”.
Das mit den Katakomben stimmt durchaus, auch zerdrückte Pappkartons mit ungewissen Inhalt oder überquellende, unlesbar beschriftete Ordner gehören zu meinem Einsatzgebiet. Bucklig bin ich allerdings bis jetzt noch nicht, aber mein Bizeps lässt sich sehen. Fraglich nur, ob das noch unter die Rubrik Traumfigur fällt.
Das Schöne daran, ist dass man dem “Arbeitsplatz” entfliehen kann. Ich bin gerne im Gebäude unterwegs, allein in Räumen, vergraben in Papier. Man kann sagen was man will, aber in einem Drei-Mann-Büro ist man eben immer irgendwie überwacht. Doch davon morgen mehr.
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