Schlaflos = sprachlos?

29 02 2008

Mitten in der Nacht.
und ich kann nicht schlafen.

Links zu sehen: Kombination Schlaflos + Krank + Ich

Wenn man Germanys Next Topfmodel schaut, will man das Einkaufen um eine Woche verschieben und 20 spontane Sit-ups hinlegen. Gottseidank hält mich mein Kreislauf jetzt davon ab, der Blick auf sich selbst ist trotzdem kritischer. Sowas sollte es auch für die Jungs geben, damit nicht nur wir Mädels desillusoniert und wieder in die Grenzen der Normalsterblichschönen verwiesen werden. Ich bin mir sogar fast ein bischen sicher, dass alle Zuschauerinnen das nächste Mal länger vor dem Spiegel stehen werden.

Kann immer noch nicht schlafen.
Vielleicht kennt einer von euch den Tipp, dass der Duft von Vanille die Lust auf Süßes senkt und allgemein den Appetit dämpft. Ich denke jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um das mal zu klären: NEIN. Wenn ich an meiner Vanillekerze schnupper, denke ich an all die schönen Sachen, die mit Vanilleduft bereichert werden. Daher denke ich die ganze Zeit unterschwellig das Wort „Sahnecreme“. Nicht gut für potentielle Top-Models.

Ich hab mir überlegt, da auch mal mitzumachen. Allerdings erst mit 35, damit auch die anderen noch eine Chance haben. Außerdem wäre es sonst nichts Besonderes dort zu gewinnen. Bis 35 könnte ich es sogar schaffen ohne Diät so mager auszusehen. Ich denke in dem Alter habe ich dann sowieso kaum noch Nerven und Zeit um zu essen. Diät kommt sowieso nicht in Frage. Nur Abnehmen aus Faulheit (Aufzustehen, zu kochen, den Dosenöffner zu suchen, einkaufen zu gehen) ist moralisch richtig :) . Mit Sport halte ich es auch mehr sozial. Eine Lysann wird man nie alleine joggen sehen. Ich bin kein Hamster und renne nicht gerne ziellos durch die Gegend.
Die Größe hätte ich ja, laufen kann ich mitterweile auch auf hohen Absätzen, allerdings baue ich noch zu wenige grammatikalische Fehler in meine frenetischen Gemütsbekundungen ein, trage kein platinblond und meine Beine sind sicher nicht 115 cm lang. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Immer noch spät. Könnte doch endlich in ganz schön früh übergehen. Dann wäre ich nach langer Pause wieder Frühaufsteher. Student sein fühlt sich manchmal an wie saisonell bedingte Arbeitslosigkeit. Momentan habe ich jedoch damit zu tun, meinen Kopf zusammenzuhalten. Das Schmerzmittel macht mich zum freundlichen Nicker. Doch nur weil mir einfach nicht mehr schnell genug eine sarkatische Erwiderung einfällt. Und manchmal stehe ich 10 Minuten da, bis ich endich wieder weiß, was ich wollte. Irgendwie funktionieren also die Handlungsüberleitungen nicht mehr. Jaja ich werde alt. Meine 20 sieht man mir leider auch schon an und mein Haar sei dünner geworden. Alles nicht so leicht, kann ich euch sagen.

Was kann frau gegen solche nagenden Gedanken um 2 Uhr morgens machen? Alle Bikinis aprobieren und mit dem Handy Fotos davon machen, um endlich „objektiv“ sagen zu können, welcher der Beste ist? Habe ich schon gemacht. Bin aber immer noch nicht sicher. Einkaufen gehen fällt aus, also suchen, was sich alles noch zu Frustfutter umfunktionieren lässt. Rosinen mit Mandeln beispielsweise. Honig. Gauda. Alles geht, wenn man nur will. Doch das führt zu noch mehr Depression am nächsten Donnerstag. Lesen? Zu spät. Film schauen? Romantischen Film schauen? Nein, ich schlaf sonst gleich ein und hab wieder nur den halben Film im Kopf ohne ihn dann noch mal ganz anzuschauen. Am besten ich leg mich hin und warte.

Merke: Fiebriger Mittagsschlaf rächt sich immer!





Iren sind menschlich

23 01 2008

Wenn das nicht DIE Überschrift schlechthin ist? Eine zarte Allusion an den Humor des Lesers… gelesen in der Textwerkstatt der Hochschule Darmstadt. Seit dem sehe ich Überschriften in einem anderen Licht.

Irgendwie habe ich an meinem Bloglayout rumgespielt und rausgekommen ist das hier. Zufrieden bin ich nicht, aber bald ist prüfungsfreie Zeit und da werde ich garantiert in die professionelleren Tiefen der Bildbearbeitung eintauchen. Bis dahin müsst ihr es ertragen :) . Als kleiner Trost, ein netter Brief:





Breit angelegte Ausbildung

12 11 2007

Früher dachte ich, die „dreckigen“ Recherchemethoden wären eine Seltenheit im journalistischen Alltag, ja, sogar eine Übertreibung des Fernsehens. Doch nun studiere ich Journalismus und was wir lernen, kann sich sehen lassen:
Ganz oben stehen effiziente Bestechungstechniken. Gerade im Hinblick auf die sinkenden Budgets ist es von Vorteil, möglichst niedrige Schmiergelder schnell auszuhandeln. Geübt wird auf dem Flohmarkt (nach Erfahrung sind besonders die Darmstädter Flohmarkthändler extrem stur).
Ebenso wertvoll für den späteren Berufsalltag: der Kurs „unorthodoxe Informationsrecherche“. Er hat die Erpressung und diverse Verhörtechniken zum Inhalt. Der Umgang mit Elektroschocks, Lügendetektoren, Schlafentzug oder Erniedrigung werden in speziell bereitgestellten Räumen immer und immer wieder eingeübt bis jeder quälende, wahrheitsbringende Griff sitzt. Auch hier wird Wert auf die Praxis gelegt: Jeder Student wird dazu angehalten, wichtige Informationen aus Dozenten herauszupressen, sie mental angreifbar zu machen und in Horden „weich“ zu fragen. Bis sie endlich verraten was wie wo bis wann gelernt werden muss.
Sollte der Informant trotzdem nicht gewillt sein, dem Journalisten die dringend benötigte Information auszuhändigen, so lohnt sich vielleicht ein kleiner Ausflug in dessen Wohnung. Auch hierauf ist der moderne Journalismusstudent vorbereitet: Der Unterricht gliedert sich in Materialkunde und Geschicklichkeitsveranstaltungen und wird durch Schulungen zu den neuesten Alarmsystemen ergänzt.
Der Informant wusste leider doch nichts, so wie er es kurz vor dem Zusammenbruch beteuert hat? Macht nichts. Dann kommt jetzt Schritt drei. Auch dieser wird sorgfältig geübt und analysiert, um die Studenten beim Berufsstart nicht ins kalte Wasser zu werfen. Die Rede ist vom Einschleusen. Nichts geht über diese alte, beliebte Variante, um Misstände aufzudecken. Wer ein großer Journalist sein will, sollte es zumindest einmal ausprobiert haben. Eine neue Frisur, viel Selbstvertrauen und Menschenkenntnis und fertig ist er: Der neue Mitarbeiter. Für diese Meisterleistung, dem wahren Abschlusstest, werden jahrelang Schauspielunterricht und Make-up-Kurse belegt. Um auch hier den Praxisanteil zu erhöhen, bemühen sich die Dozenten Aufgaben zu stellen, die die betrügerischen Fähigkeiten, schnellen Anpassungsreaktionen und das sympathische Nichtsdahersagen von Studenten verbessern.

Letzten Endes ist jedoch alles eine Frage der Persönlichkeit, für welche Methode man sich entscheidet. Kaum jedem wird es gefallen, den zu Verhörenden körperlich näher zu kommen, während andere die Bedienung elektrischer Geräte und Eisenwaren (Daumenschrauben) scheuen.
Die fundierte Rechercheausbildung wird jedem später einmal von Nutzen sein. Ich unterstütze diese sinnvolle Verwendung unserer Studiengelder.





Sticheln

20 10 2007

Wie man Geschichten für seinen Blog findet

Heute endete das beanspruchende Social-Software-Seminar bereits um 15 Uhr. Eine Stunde früher war ich also fertig und wollte nur noch unter die Dusche. Wochenende!
Da das Bad nicht viele Ablagemöglichkeiten hat, die entweder hygienisch oder trocken genug sind, ziehe ich mich meist im Zimmer aus und schlüpfe in den Bademantel, um Wäscheberge im Bad zu vermeiden.
Gesagt, getan. Ich stehe also gerade nackt im Zimmer als mir einfällt, dass doch schon seit heute morgen die ganze Zeit Bauarbeiter am Fenster vorbeiwatscheln und reinschielen, denn unser schönes Studentenwohnheim wird renoviert. Mit Vorliebe samstags, wie wir heut früh um 8 erfahren durften.
Ich werfe also einen panischen Blick Richtung Fenster und schlüpfe schnell in den Bademantel und – ZACK!

Zuerst dachte ich, da ist eine Nadel im Bademantel.
Bis mir beim Abtasten klar wird, dass das ziemlich unlogisch wäre.
Daraufhin denke ich, es muss also an dem Etikett liegen, das irgendwie in eine besonders empfindliche Stelle gepiekt hat (sind ja manchmal ziemlich hart-kantig diese Dinger). Aber nichts.
Verwirrt, warum es so schmerzt, ich aber nichts finden kann, stelle ich mich vor den Spiegel und versuche die Stelle zu sehen ohne mich für die Welt zu entblößen, und entdecke einen roten Punkt … und irgendwie denke ich immer noch an die Nadeltheorie und spüre einen zweiten starken Schmerzstich, direkt unten an den Schulterblättern. „Aha, die Nadel ist runtergerutscht“ und denke natürlich als Zweites „Verdammt, da ist doch keine Nadel!“

Und was erscheint? Gemählich spaziert eine Wespe aus meinem Bademantel!
Panik! Weil erstens der Schmerz immer schlimmer wird und zweitens das Vieh sich verheddert hat. Es folgt bühnenreife Akrobatik beim Versuch den Bademantel so schnell wie möglich sich vom Leib zu reißen ohne die Bestie dabei wieder zu berühren.
Schließlich schaffe ich es, ziehe mir nur meinen schwarzen Mantel über und renne in den WG-Gang um erst einmal Abstand von der torkelnden Wespe zu gewinnen.
Just in diesem Moment kommt mein Mitbewohner Flo die Treppe hoch, sieht mich, sieht mich nur in einem Wintermantel bekleidet und macht entschlossen kehrt nach dem Motto „Nee, das musst du jetzt nicht verstehn…“.
Und so kam es, dass ich jetzt im Oktober mit schmerzenden Schultern vor meinem Laptop sitze und mich frage, was diese Wespe mir sagen wollte. Denn in dem Moment als es geschah, habe ich mich gefragt, worüber ich denn um Himmels Willen im Blog berichten solle. Und die Antwort kam.