Ordnung gesucht

7 05 2008

Wie der eifrig Lesende mittlerweile sicherlich erfahren haben dürfte, bin ich selbst eine eifrig Lesende.

Wie viele Bücher ich wohl schon verschlungen oder hinter mich gebracht habe? Kein Vergleich zu den wartenden Massen, auf die ich noch nicht die Hände legen konnte. Wenn manche meinen, ich würde viel lesen, überrascht mich das eher. Ich könnte viel mehr lesen. Ich will unendlich viel mehr lesen. Allein der Gedanke, an das Wissen, die Ideen, die Geschichten – alle noch ruhend, wartend …

Neuerdings lese ich Bücher sogar mit Notizblock. Einfach weil mir immer wieder so schlechte Exemplare unterkommen, dass ich gar nicht anders kann, als versuchen, die Fehler genau zu ergründen und im Internet nach weiteren Kritiken zu suchen. Oder ich lese etwas so Weltbewegendes (JUNG!), dass ich jede Stelle markieren und auf die Wände schreiben will, um diese Erkenntnis nie wieder zu verlieren.

Aus all diesen Angewohnheiten ergibt sich ein großer Papierstapel. Und eine neue Erkenntnis: Ich bin – was mich selbst betrifft- extrem unorganisiert. Für manche nichts neues (ich seh euch lächeln!).

Aber sagt mir, wie sortiert man Ideen?

Schon seit mehreren Monaten suche ich nach einer Lösung. Irgendwie muss man doch ein System für seine Kreativität finden? Mittlerweile habe ich drei reale Ordner und mindest doppelt so viele auf meinem PC, sowie dutzende von Lesezeichen. Ich ärgere mich maßlos meine Ideen nicht sinnvoll ordnen zu können.

Solltet ihr also einen Vorschlag haben, wäre ich euch sehr dankbar. Vielleicht kennt ja jemand dieses Ideen-Überschwemmungs-Problem?





Trennung

26 04 2008

„Das mit uns beiden“, nochmal holte sie Luft, „das wird nichts. Keine Zukunft.“ „Du weißt, irgendwann müssen wir uns alle weiterentwickeln, einen Schritt weitergehen. Ich muss das jetzt tun.“ Das sagt sie sogar unter Tränen. „Bitte“, „Bitte verzeih mir“. Sie schweigt traurig mit niedergeschlagenen, nassen Wimpern. Leise streichelt sie mir nochmal durchs Haar. „Ich meine, was sollen sie denn denken, wenn sie dich morgens in meinem Bett finden? Sie würden es nie verstehen!“
Dabei fand sie mich damals so toll, dass sie mich unbedingt haben wollte. Ich weiß noch genau, wie glücklich wir damals waren, als sie mich das erste Mal in die Arme schloß.

Nun ein letzter Blick und der Karton schließt sich über mir. Wie alles Spielzeug muss ich auf den Dachboden.





Iren sind menschlich

23 01 2008

Wenn das nicht DIE Überschrift schlechthin ist? Eine zarte Allusion an den Humor des Lesers… gelesen in der Textwerkstatt der Hochschule Darmstadt. Seit dem sehe ich Überschriften in einem anderen Licht.

Irgendwie habe ich an meinem Bloglayout rumgespielt und rausgekommen ist das hier. Zufrieden bin ich nicht, aber bald ist prüfungsfreie Zeit und da werde ich garantiert in die professionelleren Tiefen der Bildbearbeitung eintauchen. Bis dahin müsst ihr es ertragen :) . Als kleiner Trost, ein netter Brief:





Heute schon gebloggt?

3 01 2008

Ein bischen Bildereinbinden, ein bischen Text, ein bischen Witz, ein bischen Layout – alles hab ich mal ein bischen probiert. Darf es noch ein bischen mehr sein?

Langsam kommt doch das Selbstverständnis als Bloggerin. Würde jetzt jemand in den Raum rufen: „He, du Blogger!“, könnte ich mich möglicherwiese angesprochen fühlen – im Gegensatz zum Anfang. Man hat Herzblut investiert und viel Zeit (hätte ich das gewusst!), und langsam beginne ich es zu lieben.

Doch ich stelle mir häufiger die Frage, wo der Blog hinführen soll.
Man kann viel träumen und viel tun. Aber was ist realistisch? Wie viel Aufwand lohnt sich? Bringt es mich weiter?

Zum einen die Familie. Ich habe das Gefühl, seit ich diesen Blog führe, kann sich vor allem meine Familie genauer vorstellen, was ich so im fernen Darmstadt mache. Ja, wie ich überhaupt schreibe. Ob ich trotz allem noch was werden könnte.
Es ist nicht einfach, allen alles zu zeigen. Je nach Person existiert auch ein bestimmtes Bild von mir. Durch diesen Blog könnte es sein, dass ich anders wahrgenommen werde, da ich zu niemand bestimmten rede und daher auch keiner bestimmten oder konsequenten Rolle entspreche.
Vielleicht wird man ernster genommen oder stärker unterstützt, doch ich denke, es fallen auch Masken.

Zum anderen hält mich dieser Blog dazu an, mein Wissen über Layout, HTML, CSS sowie Textgestaltung konkret anzuwenden und mehr auszuprobieren. Ich bin nicht als der Technikfreund bekannt, aber selbst wenn man etwas nicht besonders lieben kann, kann es nicht von Nachteil sein, es zu beherrschen. Man muss schließlich seinen Feind kennen!

Zum wiederum anderen (ich nenne das die neue Lysannsche Aufzählung, besonders geeignet für Leute, die nur bis zwei zählen können) kann ich auf diese Weise „Kontakt“ mit vielen alten Freunden halten. Wobei Kontakt doch ein wenig mehr Feedback der Mitlesenden erfordern würde. Also eher im Stil einer Rundmail (nicht wahr, Anna?).

Zum allerletzt einen kann ich auf diese Weise mal all die Dinge loswerden, die so in mir rumspuken, die zum Erzählen zu lang sind und für eine Kurzgeschichte zu kurz.

Doch darf es noch ein bischen mehr sein?

Das ist die Frage.

  • Wenn ich diese Seite aufsuche, schaue ich immer, was ich denn so geschrieben habe. Und bin enttäuscht. Ich hätte gern mehr Blogbeiträge, am besten regelmäßig, damit ich weiß, wann ich neue Beiträge auf meinem Blog finden kann und nicht immer gespannt aktualisiere, um dann wieder nichts vorzufinden (schließlich haben nicht alle einen Feedreader). Ich bin am Schwanken zwischen zweimal die Woche oder dreimal. Am Besten bestimmte Tage, dafür müssen die Beiträge nicht mehr so lang sein.
  • Dann zum Layout. Ich bin ja ein ästhetischer Mensch und manchmal überlege ich mir ernsthaft, ob es nicht einfacher wäre, die Beiträge von Hand zu schreiben, einzuscannen und voilà – fertig ist der persönliche Blog. Wir können das ja mal ausprobieren. Einfach melden, ich bin gerne dabei.
  • Mit freundlicher Unterstützung von Florian ist die obere Bildleiste entstanden, die mir recht gut gefällt. Anzumerken ist, dass Nummero 3. und … Moment … nachzählen… 8. von mir gezeichnet sind. Das wäre auch eine Möglichkeit, die ich zur Zeit hin und her wälze. Soll ich ein paar meiner Zeichnungen hier einbinden?
  • Dann höre ich immer wieder, dass manche sich die Beiträge ausdrucken. Ob ich eine Druckversion einbauen sollte, oder geht es auch so?
  • Die Sortierung. Am Liebsten würde ich die langsam wachsende Anzahl der Blogbeiträge nach Inhalt sortieren und nicht nach Monat.
  • Und soll ich die Bücherliste erweitern? Eine kleine Buchkritik pro Woche, weil Lesen schließlich ein wichtiger Bestandteil meines Lebens ist?

Jetzt seid ihr mal mit meinen Gedanken geflutet worden. So viel Freiheit bietet auch viel Raum zum Entscheiden. Ich bin mir noch unsicher wie es weitergehen soll, doch jetzt habt ihr meine Blogwelt offen vor euch liegen.





Blogbrief

27 12 2007





Wilde Stöckchenwerfer

2 11 2007

Durch die Aufmerksamkeit eines gewissen Herrn Artemis Fowl alias Florian Siebeck bin ich in den Besitz eines besonderen „Stöckchens“ gekommen:
Ein Stöckchen. Jeder Spieler, jede Spielerin beschreibt acht Dinge von sich: Irgendwelche, keine bestimmten. Wen das Stöckchen trifft, schreibt die Antworten mit den Regeln in sein Blog. Acht Personen/Blogs sollen das Stöckchen bekommen und weiterreichen. Bei den Betreffenden schreibt man einen entsprechenden Beitrag/Kommentar ins Blog.

Ich habe mich sehr darüber gefreut, mit einem Stöckchen beworfen worden zu sein. So stellt man sich doch Freundschaft vor ;) . Aber es hilft alles nichts, hier sind die geforderten acht Enthüllungen:

1. Ich habe schon als kleines Mädchen auf melancholische Walzer gestanden. Warum auch immer und bei was auch immer – ich war stets zutiefst gerührt und weiß noch heute, dass ich den Schneewalzer früher stundenlang singen konnte. Lieder wie „Es war beim bal paré“ von Hildegard Knef oder französische Chansons wie „C’etait la dernière walse“ von Mireille Mathieu laufen auch heute noch stundenlang im Player – ohne Erbarmen.
Ein kleines Mädchen, dass inbrüstig ein Lied intoniert, in dem eine alte Frau ihrer Jugend oder Liebe nachtrauert – das muss ein Anblick gewesen sein.

2. Ich kann keine Missionare leiden. All diese Leute, die einem ihren Glauben oder ihre Moral/ politische Einstellung/ Weltsicht aufzwingen wollen. Jeder sollte so leben können wie es ihm gut tut, denn die meisten Lebensansichten haben ihre Gründe. Wenn man diese missachtet oder als dumm hinstellt, degradiert man auch den Menschen.

3. Ich liebe es, mich zu verkleiden. Ob es um Kleidung geht oder Verhalten – in andere Rollen schlüpfen macht mir sehr viel Spaß und dabei verändert sich auch der Blick auf die Welt. (Andere nennen es wohl Realitätsflucht, aber es ist gar nicht so einfach immer mit sich selbst zusammen zu sein. Man muss auch Abwechslung in eine schizophrene Beziehung bringen.)

4. Mein großer Traum ist es, ein Buch zu schreiben. Und zwar nicht seit Kurzem sondern seit ich mit acht Jahren das Buch „Wir Kinder von Bullerbü“ und „Immer dieser Michel“ von Astrid Lindgren gelesen habe. Es hat mich tief beeindruckt, dass Bücher so lebendig sein können, dass man am liebsten auch dort wäre. Da dachte ich „Schriftsteller, das sind Menschen, die das Leben anderer Menschen verschönern und verändern können“. Für mich ist dies auch eine besonders sanfte Art der Kommunikation.

5. Ich mag die Zahl 5. Sie ist die Einfachste in der Welt der Mathematik. Man sieht sofort, ob etwas durch 5 teilbar ist. Auch ist es für mich der Inbegriff der Harmonie. Die Zahl 2 für die geraden Dinge kombiniert mit der 3, für die Welt der ungeliebten, ungeraden Zahlen. 5 Finger an den Händen, die soviel verraten beim Sprechen. 5 Dinge zusammen sehen immer gut aus. 5 kann man nicht an einem Stück als Zahl schreiben. Man denke auch an das Pentagon, das fünte Element (der Geist), den Innenverteidiger beim Fußball oder einfach den Monat Mai, in dem ich geboren bin.

6. Schaukelstühle. Es ist einfach das Schönste für mich auf einem Stuhl zu kippeln, auf der Schaukel hin und her zu schwingen oder auf einem Schaukelstuhl zu wippen und nachzudenken.

7. Regen, Lesen und Tee. Das ist die heilige Dreier-Kombination.
Das Höchste der Gefühle ist erreicht, wenn der Herbst endlich wieder da ist. Es ist leider so eine kurze Übergangszeit. Man will die letzen Sonnenstrahlen förmlich in sich aufsaugen, die flammenden Bäume in sich einbrennen.Wind zieht an den Haaren und Blätterwirbel streichen über die Straße. Dann mehren sich die Laubhaufen, so dass man sich durchwühlen muss um durchzukommen und letztendlich, der peitschende Regen der alles in Nässe hüllt. Es gibt keine heiligere Zeit um in Büchern zu versinken, den dampfenden Tee neben sich zu schnuppern und sich tiefer in die Kuscheldecke zu huscheln, während draussen der Regen wütet.

8. Und jetzt fehlt nur noch eine letzte Sache über mich und die Forderungen sind erfüllt: Ich beobachte gerne.

Hoffentlich habe ich jetzt niemanden verwirrt, oder gar zum Nachdenken gezwungen (den man ist ja zur Unterhaltung da…). Und um diese wunderbare Art der Selbstreflexion nicht für mich zu behalten, muss ich natürlich das Stöckchen weiterwerfen: Nämlich an Alex, Kathrin, Oma!, Patrick, Rebecca, Sebastian, Anke und Birte. Aber keinen Druck! Schließlich dient es ja in erster Linie euch selbst und dem Leser und in Ankes Blog wird es wohl thematisch schwer reinpassen. Auf jeden Fall solltet ihr die Links nutzen, um mal bei ihnen reinzuschauen. Prädikat: Lesenswert :)





Sticheln

20 10 2007

Wie man Geschichten für seinen Blog findet

Heute endete das beanspruchende Social-Software-Seminar bereits um 15 Uhr. Eine Stunde früher war ich also fertig und wollte nur noch unter die Dusche. Wochenende!
Da das Bad nicht viele Ablagemöglichkeiten hat, die entweder hygienisch oder trocken genug sind, ziehe ich mich meist im Zimmer aus und schlüpfe in den Bademantel, um Wäscheberge im Bad zu vermeiden.
Gesagt, getan. Ich stehe also gerade nackt im Zimmer als mir einfällt, dass doch schon seit heute morgen die ganze Zeit Bauarbeiter am Fenster vorbeiwatscheln und reinschielen, denn unser schönes Studentenwohnheim wird renoviert. Mit Vorliebe samstags, wie wir heut früh um 8 erfahren durften.
Ich werfe also einen panischen Blick Richtung Fenster und schlüpfe schnell in den Bademantel und – ZACK!

Zuerst dachte ich, da ist eine Nadel im Bademantel.
Bis mir beim Abtasten klar wird, dass das ziemlich unlogisch wäre.
Daraufhin denke ich, es muss also an dem Etikett liegen, das irgendwie in eine besonders empfindliche Stelle gepiekt hat (sind ja manchmal ziemlich hart-kantig diese Dinger). Aber nichts.
Verwirrt, warum es so schmerzt, ich aber nichts finden kann, stelle ich mich vor den Spiegel und versuche die Stelle zu sehen ohne mich für die Welt zu entblößen, und entdecke einen roten Punkt … und irgendwie denke ich immer noch an die Nadeltheorie und spüre einen zweiten starken Schmerzstich, direkt unten an den Schulterblättern. „Aha, die Nadel ist runtergerutscht“ und denke natürlich als Zweites „Verdammt, da ist doch keine Nadel!“

Und was erscheint? Gemählich spaziert eine Wespe aus meinem Bademantel!
Panik! Weil erstens der Schmerz immer schlimmer wird und zweitens das Vieh sich verheddert hat. Es folgt bühnenreife Akrobatik beim Versuch den Bademantel so schnell wie möglich sich vom Leib zu reißen ohne die Bestie dabei wieder zu berühren.
Schließlich schaffe ich es, ziehe mir nur meinen schwarzen Mantel über und renne in den WG-Gang um erst einmal Abstand von der torkelnden Wespe zu gewinnen.
Just in diesem Moment kommt mein Mitbewohner Flo die Treppe hoch, sieht mich, sieht mich nur in einem Wintermantel bekleidet und macht entschlossen kehrt nach dem Motto „Nee, das musst du jetzt nicht verstehn…“.
Und so kam es, dass ich jetzt im Oktober mit schmerzenden Schultern vor meinem Laptop sitze und mich frage, was diese Wespe mir sagen wollte. Denn in dem Moment als es geschah, habe ich mich gefragt, worüber ich denn um Himmels Willen im Blog berichten solle. Und die Antwort kam.