Kurz vor der Amputation

28 01 2008

Ich bin jetzt schon 20 und ein halbes Jahr alt. Doch heute morgen habe ich mich riesig darüber gefreut, dass mein kleiner Zeh aussieht als ob ich beim Holzhacken mit der Axt abgerutscht wäre.

Wie kam es dazu?

Der Film “Die Mumie II.” verleitete mich zum abenteuerlichen Springen über die Sofalehne (nicht, dass ich das sonst nicht tun würde). Die ersten drei Mal ging auch alles wunderbar. Nur beim vierten Sprung war ich mit den Gedanken schon beim Milchreis auf dem Herd, bin abgerutscht und mit dem Zeh hammers (mir fällt nichts ein, was diesen Schmerzen Ausdruck verleihen könnte) irgendwie an die Sofalehne geknallt – die wohl an dieser Stelle nicht gepolstert war.
Meine WG-Männer haben sich köstlich amüsiert als ich im Kreis rumgehüpft bin und Gott, die Welt und alle Sofas dieser Erde verflucht habe.

Heute ist der Zeh also schön dunkelblau mit einem Schimmer ins Dunkelrote. Schön. Was gibt es Besseres als eine Verletzung die sehr schlimm aussieht, aber nur halb so weh tut? Normalerweise ist es doch andersrum und man kann seine Heldentaten nicht rumzeigen.

So und jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss mir das grad nochmal anschauen. Faszinierend – wie konnte ich nur so lange ohne Kriegswunden leben?





Blogging-Stress

29 10 2007

Was tun, wenn einem die Themasuche für seinen Blog über den Kopf wächst?
An so viel ist zu denken, so viel kennenzulernen und dann soll ich noch nebenbei einen Blog mit neuen Beiträgen speisen. Am Besten noch täglich, um mit den Profis mithalten zu können. Und sinnvoll soll er auch noch sein! Was wollt ihr denn noch?
Das einzige Thema was mir gerade im Kopf rumschwirrt ist die Frage “Von was soll ich mich morgen ernähren?!”. Denn erst kommt das Fressen, dann die Moral – das wusste schon Brecht.

Heute zum Beispiel gab es Möhrchen und Karöttchen aus der Dose. Als Vorspeise natürlich, denn irgendwas Gesundes sollte man ja essen. Als Hauptspeise meinen Dauerbrenner: Milchreis. Mit einer Extraportion Zucker. Und leider auch schon das vierte Mal in Folge. Ist das das Ergebnis jahrelanger Predigten über die gesunde Ernährung?

Lebenslange Unterdrückung hat mich in meinem Verlangen nach ungesunden Speisen nicht aufhalten können. Ich war schon immer heiß auf Schokolade. Und jetzt, wo ich wirklich essen kann was ich will, blühe ich erst richtig auf.
Egal ob ich eine Nur-Milchreis-Woche durchziehe oder Kakao mit Butter zu jeder Mahlzeit aufs Brot schmiere in Ermangelung von Nutella, nichts ist unmöglich (ja ich fahre Toyota – woher wisst ihr das?).
Wer braucht schon Vitamine? Ich habe schon früh erkannt, dass das alles reines Marketing ist. Die alltägliche Herausforderung mit minimalstem Zeitaufwand und Zubehör, das Beste aus meinen Genussnerven herauszukitzeln, ist mein Hauptforschungsgebiet. Führend sind Tütensuppen. Erstens sind sie recht sättigend, zweitens schmecken sie ein bischen nach Hühnchen, drittens braucht man nur heißes Wasser und ein paar Minuten. Nicht zu vergessen, dass man theoretisch nichts mehr trinken muss.
Auch Dosenfutter ist toll: Ravioli oder Gemüse, egal ob warm oder kalt, Deckel auf und fertig is. Einziges Problem dabei ist, dass ich als Linkshänder an einem einseitigen Dosenöffner aussehe wie bei einem Selbstmordversuch und die Dose danach immer noch nicht offen ist.
Ja, die Welt des Essens…
Aber immer noch bleibt die Frage, was ich morgen essen soll. Ich glaube, ich mache mir morgen Grießbrei. Man soll sich ja vielseitig ernähren.








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