Internet, schnell!

20 03 2008

Ich kann euch sagen, ein Leben ohne Internet ist kein schönes. Um jede Minute Online-Euphorie muss gebettelt werden, wie ein Junkie streift man von Zimmer zu Zimmer auf der Suche nach dem schnellen Glück. Dabei will ich nur meine Mails checken. Denn mein Handy hat auch keinen Empfang und Telepathie hat den Nachteil, dass entweder der Inhalt oder der Zeitpunkt bei der Übertragung grob verzerrt werden.

Wenigstens bin ich wieder topfit. Neben meiner unglaublich disziplinierten Schwimmaktivität schaue ich intensiv Eiskunstlauf. Spüre schon jetzt den Muskelkater. Aber was tut man nicht alles für die Bikinisaison. Überhaupt: Diese beschissene Bikinisaison. Jedes Jahr das Gleiche! Man kommt benommen aus dem Winter, in der einen Hand eine schöne heiße Tasse mit Honig in der anderen einen Schokokeks und blinzelt in die auferstandende Sonne. Sonne? Da war doch was? Ach ja, bald wird es endlich wärmer! Aber Moment – wenn es wärmer wird, zieht man weniger an. Und der kurze Blick nach unten genügt, um traurig die Hände sinken zu lassen, wissend, dass die sorgenlose Zeit vorbei ist. Jeden Frühling.

Man könnte meinen, durch den Internetentzug hätte ich vieeel Zeit zum Lesen gehabt. Nun die hatte ich. Allerdings ist nicht viel Erzählenswertes dabei herausgekommen. Ich beschäftigte mich immer noch mit Carl Gustav Jung. Mittlerweile lese ich an drei Büchern über ihn (Autobiographie, Gespräche, Theorie pur). Aber es ist so komplex, dass kleinere Anekdoten am Rande nicht drin sind. Dann lese ich jeden Abend bis der Schlaf mich erlöst ein Buch über die Kelten. Es ist anregend, aber nicht erwähnenswert. Ich habe „Die sieben unterirdischen Könige“ von Alexander Wolkow gelesen. Besonders die Illustrationen machen den Charme dieser Kinderbücher aus.

Das bringt mich zu einer Diskussion, die ich vor längerem mit meinem Mitbewohner hatte:
Sind Illustrationen hinderlich für die Fantasie oder unterstreichen sie die Stimmung im Buch?
Ich bin immer von letzterem ausgegangen. Er meinte allerdings, dass der Leser gerade deswegen liest, um sich selbst ein Bild erschaffen zu können. Mir sind kleine Illustrationen sehr willkommen. Ich habe aber auch Bücher erlebt, in denen die Bilder den Lesefluß stark gestört haben, da sie mitten hinein gesetzt worden waren oder weil man im Bild eine Szene sah, die im Text noch nicht vorbereitet worden war. Dann springt man immer hin und her auf der Suche nach der richtigen Textstelle für das Bild.

Soweit von mir. Wehmütig verlasse ich meinen Blog. Hoffentlich ist nächste Woche mein Laptop wieder da. Dann geht es auch diesem gräulichen Layout an den Kragen.

Euch allen wünsche ich schöne Osterfeiertage!





Wunsch erfüllt

28 02 2008

Bittet so wird euch gegeben.

Wie wahr. Ich habe eine prächtige Mittelohrentzündung und darf jetzt offiziell rumliegen. Und was macht man am Besten, wenn das Schmerzmittel mehr den Verstand dämpft als die Schmerzen? Richtig, dann ist es Zeit, sich weiterzubilden im vielfältigen Bereich der Filme:

The Transporter 2 (nett)
Nach der Hochzeit (hervorragend)
Little miss sunshine (auch nett)
Disneyfilme (angenehm einlullend)
Der Pfad Gottes (oder so ähnlich, neutral)
Elementarteilchen (ergreifend)
Spongebob der Film (vernachlässigbar)
James Bond: die Welt ist nicht genug (nett)
Vermächtnis des geheimen Buches (erträglich)
Crank (sehr gut)
High fidelity (unberührend)
Switch reloaded (sehenswert)
Kalkofes Mattscheibe (ebenfalls sehenswert)

Alfie, Abbitte, Das Leben der anderen, die Töchter des chinesischen Gärtners, Closer, Prestige, FightClub, Sweeney Todd und the Fountain stehen noch aus. Für weitere Empfehlungen bin ich dankbar. Achja – nicht zu vergessen dass heute die neue Staffel von Germanys Next Topmodel beginnt. Und wer will sich den Spaß schon nehmen lassen? Meiner Meinung nach eine unterhaltsame Kombination von Ästhetik und Comedy.

Wer jetzt Angst hat, dass ich in die seichte Welt der Cuts und Cutes abdrifte, den kann ich beruhigen. Bin nun bis auf Seite 200 in Jungs Autobiographie vorgedrungen und kein Film hat es bisher geschafft, es mit der Brillianz seiner Gedanken aufzunehmen. Filme sind zwar nett, aber meinen Hunger nach Sinn und Verständnis können sie meist gar nicht oder nur bruchstückhaft befriedigen. Schade eigentlich. Aber ich glaube auch, dass beim Lesen mehr Platz für eigene Gedanken bleibt und daher das Gelesene besser ins eigene Gesamtkonzept integriert werden kann. Auch bei Audioratgebern habe ich das Problem, die vorgestellte These nicht komplett wiedergeben zu können.

Also auf, schnell frischen Salat anrichten, damit ich nachher schön gewissenfrei die Topmodels beim Rumstaksen kritisieren kann. :D





Funkstille

26 02 2008

Aaah! Ich sollte dringend etwas schreiben!

Links zu sehen: Ein blockierter Blogger fleht um Inspiration.

Ich weiß, ihr wartet sicher schon gespannt, aktualisiert zweimal täglich diese Seite und betet um einen neuen Eintrag. Und ehrlich: Ich habe schon fünf verschiedene Anfänge gehabt, doch es gibt einfach nichts zu erzählen.

Ich suche verzweifelt nach einem Thema, etwas Interessantem, mittlerweile darf es sogar teilweise lapidar sein, aber nichts! Wo in aller Welt sind nur die aufregenden Dinge in meinem Leben geblieben?

Normalerweise kann ich nicht einen Tag überstehen, ohne dass ich mir den Ellenbogen anstoße, ein Glas Wasser über den Laptop kippe oder das Ohr beim Schlafen breche. Ok, das alles ist mir auch passiert, aber nicht an einem Tag. Sondern schön über die Woche verteilt. Die alltäglichen Neckereien des Lebens eben.

Und wenn das Leben eben grad nichts in petto hat, lehne ich mich halt zurück und lese weiter, nämlich „Erinnerungen, Träume, Gedanken von C.G. Jung“. Bei dem passiert wenigstens was.





So irgendwo im irgendwann

19 02 2008

Dienstag…es gibt so einiges zu berichten, doch bin ich von keinem Thema richtig angetan. Und auf kurze Meldungen ohne Zusammenhang habe ich keine Lust. So müsst ihr euch mit diesem mageren Beitrag zufrieden geben – das Ergebnis meiner Abschaltphase. Und wahrlich, selten konnte ich so gut abschalten. Habe sogar die Stufe erreicht, in der ich eine Wand anschauen kann und 5 Sekunden lang das Wort „Wand“ in mir klingt. Kein Verkehrslärm in meinem Kopf. Stille auf der Gedankenautobahn. Das ist sehr erholsam und muss genutzt werden solange es geht.

Und das Beste überhaupt: Zeit zum Lesen! Als erstes war Ralf Isaus „Die Träume des Jonathan Jabbok“ dran. Ich lese es zum zweiten Mal, weil ich die guten Ideen in Erinnerung hatte. Der Schreibstil ist nicht erwähnenswert, manchmal sogar eine Spur zu grob. Die Geschichte zieht einen allerdings unerbittlich mit sich und weist originelle Einfälle auf. Jetzt heißt es wieder: Der erste und der letzte Griff gilt dem Buch. Morgens schmökern ist einfach Urlaub. Und ein hoher Stapel weiterer Lektüre wartet vielversprechend neben meinem Bett…

Am Rande: Mir ist in letzter Zeit aufgefallen, dass ich eigentlich keinen Film mehr zu Ende schaue. Entweder er langweilt mich, er ist zu vorhersehbar oder in den meisten Fällen: Er wird noch trauriger. Wenn ich den Film schon kenne, halte ich an, bevor der Traummann die Hauptdarstellerin betrügt oder wenn ich spüre, dass jeden Moment der Tiefschlag kommt. Und ich kann mich nicht mehr dazu durchringen, sie weiter anzuschauen. Entweder ich vergesse sie oder ich suche Ausreden. Aber zu wissen, dass etwas noch schlimmer wird, hält mich vom Play-Button fern. Das Gleiche habe ich auch bei manchen Büchern. Als ob ich dadurch das Unglück anhalten könnte.
Ist das feige? Oder sollte man sich solchen Belastungen stellen?





Wilde Stöckchenwerfer

2 11 2007

Durch die Aufmerksamkeit eines gewissen Herrn Artemis Fowl alias Florian Siebeck bin ich in den Besitz eines besonderen „Stöckchens“ gekommen:
Ein Stöckchen. Jeder Spieler, jede Spielerin beschreibt acht Dinge von sich: Irgendwelche, keine bestimmten. Wen das Stöckchen trifft, schreibt die Antworten mit den Regeln in sein Blog. Acht Personen/Blogs sollen das Stöckchen bekommen und weiterreichen. Bei den Betreffenden schreibt man einen entsprechenden Beitrag/Kommentar ins Blog.

Ich habe mich sehr darüber gefreut, mit einem Stöckchen beworfen worden zu sein. So stellt man sich doch Freundschaft vor ;) . Aber es hilft alles nichts, hier sind die geforderten acht Enthüllungen:

1. Ich habe schon als kleines Mädchen auf melancholische Walzer gestanden. Warum auch immer und bei was auch immer – ich war stets zutiefst gerührt und weiß noch heute, dass ich den Schneewalzer früher stundenlang singen konnte. Lieder wie „Es war beim bal paré“ von Hildegard Knef oder französische Chansons wie „C’etait la dernière walse“ von Mireille Mathieu laufen auch heute noch stundenlang im Player – ohne Erbarmen.
Ein kleines Mädchen, dass inbrüstig ein Lied intoniert, in dem eine alte Frau ihrer Jugend oder Liebe nachtrauert – das muss ein Anblick gewesen sein.

2. Ich kann keine Missionare leiden. All diese Leute, die einem ihren Glauben oder ihre Moral/ politische Einstellung/ Weltsicht aufzwingen wollen. Jeder sollte so leben können wie es ihm gut tut, denn die meisten Lebensansichten haben ihre Gründe. Wenn man diese missachtet oder als dumm hinstellt, degradiert man auch den Menschen.

3. Ich liebe es, mich zu verkleiden. Ob es um Kleidung geht oder Verhalten – in andere Rollen schlüpfen macht mir sehr viel Spaß und dabei verändert sich auch der Blick auf die Welt. (Andere nennen es wohl Realitätsflucht, aber es ist gar nicht so einfach immer mit sich selbst zusammen zu sein. Man muss auch Abwechslung in eine schizophrene Beziehung bringen.)

4. Mein großer Traum ist es, ein Buch zu schreiben. Und zwar nicht seit Kurzem sondern seit ich mit acht Jahren das Buch „Wir Kinder von Bullerbü“ und „Immer dieser Michel“ von Astrid Lindgren gelesen habe. Es hat mich tief beeindruckt, dass Bücher so lebendig sein können, dass man am liebsten auch dort wäre. Da dachte ich „Schriftsteller, das sind Menschen, die das Leben anderer Menschen verschönern und verändern können“. Für mich ist dies auch eine besonders sanfte Art der Kommunikation.

5. Ich mag die Zahl 5. Sie ist die Einfachste in der Welt der Mathematik. Man sieht sofort, ob etwas durch 5 teilbar ist. Auch ist es für mich der Inbegriff der Harmonie. Die Zahl 2 für die geraden Dinge kombiniert mit der 3, für die Welt der ungeliebten, ungeraden Zahlen. 5 Finger an den Händen, die soviel verraten beim Sprechen. 5 Dinge zusammen sehen immer gut aus. 5 kann man nicht an einem Stück als Zahl schreiben. Man denke auch an das Pentagon, das fünte Element (der Geist), den Innenverteidiger beim Fußball oder einfach den Monat Mai, in dem ich geboren bin.

6. Schaukelstühle. Es ist einfach das Schönste für mich auf einem Stuhl zu kippeln, auf der Schaukel hin und her zu schwingen oder auf einem Schaukelstuhl zu wippen und nachzudenken.

7. Regen, Lesen und Tee. Das ist die heilige Dreier-Kombination.
Das Höchste der Gefühle ist erreicht, wenn der Herbst endlich wieder da ist. Es ist leider so eine kurze Übergangszeit. Man will die letzen Sonnenstrahlen förmlich in sich aufsaugen, die flammenden Bäume in sich einbrennen.Wind zieht an den Haaren und Blätterwirbel streichen über die Straße. Dann mehren sich die Laubhaufen, so dass man sich durchwühlen muss um durchzukommen und letztendlich, der peitschende Regen der alles in Nässe hüllt. Es gibt keine heiligere Zeit um in Büchern zu versinken, den dampfenden Tee neben sich zu schnuppern und sich tiefer in die Kuscheldecke zu huscheln, während draussen der Regen wütet.

8. Und jetzt fehlt nur noch eine letzte Sache über mich und die Forderungen sind erfüllt: Ich beobachte gerne.

Hoffentlich habe ich jetzt niemanden verwirrt, oder gar zum Nachdenken gezwungen (den man ist ja zur Unterhaltung da…). Und um diese wunderbare Art der Selbstreflexion nicht für mich zu behalten, muss ich natürlich das Stöckchen weiterwerfen: Nämlich an Alex, Kathrin, Oma!, Patrick, Rebecca, Sebastian, Anke und Birte. Aber keinen Druck! Schließlich dient es ja in erster Linie euch selbst und dem Leser und in Ankes Blog wird es wohl thematisch schwer reinpassen. Auf jeden Fall solltet ihr die Links nutzen, um mal bei ihnen reinzuschauen. Prädikat: Lesenswert :)