Funkstille

26 02 2008

Aaah! Ich sollte dringend etwas schreiben!

Links zu sehen: Ein blockierter Blogger fleht um Inspiration.

Ich weiß, ihr wartet sicher schon gespannt, aktualisiert zweimal täglich diese Seite und betet um einen neuen Eintrag. Und ehrlich: Ich habe schon fünf verschiedene Anfänge gehabt, doch es gibt einfach nichts zu erzählen.

Ich suche verzweifelt nach einem Thema, etwas Interessantem, mittlerweile darf es sogar teilweise lapidar sein, aber nichts! Wo in aller Welt sind nur die aufregenden Dinge in meinem Leben geblieben?

Normalerweise kann ich nicht einen Tag überstehen, ohne dass ich mir den Ellenbogen anstoße, ein Glas Wasser über den Laptop kippe oder das Ohr beim Schlafen breche. Ok, das alles ist mir auch passiert, aber nicht an einem Tag. Sondern schön über die Woche verteilt. Die alltäglichen Neckereien des Lebens eben.

Und wenn das Leben eben grad nichts in petto hat, lehne ich mich halt zurück und lese weiter, nämlich „Erinnerungen, Träume, Gedanken von C.G. Jung“. Bei dem passiert wenigstens was.





Dieburgs Maria

2 12 2007

Die heilige Maria steht andächtig auf ihrer Säule. Auf kleinstem Platz sich vollkommen ausbreitend, verstrahlt sie Geborgenheit und heilige Stille. Um sie herum zieht sich ein Kreis aus Rosen, die sich von ihrer Kraft nähren. Braun dürre Ranken sind es jetzt, eher beschützend ziehen sie sich knarrend enger um die Marie, damit sie nicht friert, so wie sie. Der Wasserring, der die heilige Maria umschloss, ist vertrocknet.
Wenn im Sommer Sonnenstrahlen aus dem Wasser über ihr Gesicht schimmern, wie mag es sich wohl anfühlen?

Was der Name Maria bedeutet, ist nicht einstimmig geklärt. Es tauchen sowohl Erklärungen wie „die von Gott geliebte“ oder „die Widerspenstige“ sowie „die dem Meer entsprossene“, „die Betrübte“ oder auch „die Schöne“ auf. Wie weit doch diese Eigenschaften auseinander liegen. Es dokumentiert, wie viel in dieses alte Frauensymbol hineininterpretiert wurde.
Das Zeichen der heiligen Marie ist die Rose. Wie innig diese Verbindung ist, zeigt folgende Geschichte:
Auf einem alten Friedhof waren Grabmale zu finden, die zu verwittert waren, um sie einem Namen oder einer Zeit zuzuordnen. Doch ungeachtet ihrer Vergessenheit, blühte eine Rose auf einem einzelnen Grab. Ein Rosenkenner entdeckte sie und konnte feststellen, dass es sich um eine sehr alte Sorte aus den Anfangstagen der Rosenzüchtung handelte. Zu Goethes Lebzeit blühte sie dort und schmückt und schützt noch immer das Grab.

Etwas abseits der Groß-Umstäder Hauptstraße ist die Dieburger Maria zu finden. Nur wer sucht sie?





Blogging-Stress

29 10 2007

Was tun, wenn einem die Themasuche für seinen Blog über den Kopf wächst?
An so viel ist zu denken, so viel kennenzulernen und dann soll ich noch nebenbei einen Blog mit neuen Beiträgen speisen. Am Besten noch täglich, um mit den Profis mithalten zu können. Und sinnvoll soll er auch noch sein! Was wollt ihr denn noch?
Das einzige Thema was mir gerade im Kopf rumschwirrt ist die Frage „Von was soll ich mich morgen ernähren?!“. Denn erst kommt das Fressen, dann die Moral – das wusste schon Brecht.

Heute zum Beispiel gab es Möhrchen und Karöttchen aus der Dose. Als Vorspeise natürlich, denn irgendwas Gesundes sollte man ja essen. Als Hauptspeise meinen Dauerbrenner: Milchreis. Mit einer Extraportion Zucker. Und leider auch schon das vierte Mal in Folge. Ist das das Ergebnis jahrelanger Predigten über die gesunde Ernährung?

Lebenslange Unterdrückung hat mich in meinem Verlangen nach ungesunden Speisen nicht aufhalten können. Ich war schon immer heiß auf Schokolade. Und jetzt, wo ich wirklich essen kann was ich will, blühe ich erst richtig auf.
Egal ob ich eine Nur-Milchreis-Woche durchziehe oder Kakao mit Butter zu jeder Mahlzeit aufs Brot schmiere in Ermangelung von Nutella, nichts ist unmöglich (ja ich fahre Toyota – woher wisst ihr das?).
Wer braucht schon Vitamine? Ich habe schon früh erkannt, dass das alles reines Marketing ist. Die alltägliche Herausforderung mit minimalstem Zeitaufwand und Zubehör, das Beste aus meinen Genussnerven herauszukitzeln, ist mein Hauptforschungsgebiet. Führend sind Tütensuppen. Erstens sind sie recht sättigend, zweitens schmecken sie ein bischen nach Hühnchen, drittens braucht man nur heißes Wasser und ein paar Minuten. Nicht zu vergessen, dass man theoretisch nichts mehr trinken muss.
Auch Dosenfutter ist toll: Ravioli oder Gemüse, egal ob warm oder kalt, Deckel auf und fertig is. Einziges Problem dabei ist, dass ich als Linkshänder an einem einseitigen Dosenöffner aussehe wie bei einem Selbstmordversuch und die Dose danach immer noch nicht offen ist.
Ja, die Welt des Essens…
Aber immer noch bleibt die Frage, was ich morgen essen soll. Ich glaube, ich mache mir morgen Grießbrei. Man soll sich ja vielseitig ernähren.





Sticheln

20 10 2007

Wie man Geschichten für seinen Blog findet

Heute endete das beanspruchende Social-Software-Seminar bereits um 15 Uhr. Eine Stunde früher war ich also fertig und wollte nur noch unter die Dusche. Wochenende!
Da das Bad nicht viele Ablagemöglichkeiten hat, die entweder hygienisch oder trocken genug sind, ziehe ich mich meist im Zimmer aus und schlüpfe in den Bademantel, um Wäscheberge im Bad zu vermeiden.
Gesagt, getan. Ich stehe also gerade nackt im Zimmer als mir einfällt, dass doch schon seit heute morgen die ganze Zeit Bauarbeiter am Fenster vorbeiwatscheln und reinschielen, denn unser schönes Studentenwohnheim wird renoviert. Mit Vorliebe samstags, wie wir heut früh um 8 erfahren durften.
Ich werfe also einen panischen Blick Richtung Fenster und schlüpfe schnell in den Bademantel und – ZACK!

Zuerst dachte ich, da ist eine Nadel im Bademantel.
Bis mir beim Abtasten klar wird, dass das ziemlich unlogisch wäre.
Daraufhin denke ich, es muss also an dem Etikett liegen, das irgendwie in eine besonders empfindliche Stelle gepiekt hat (sind ja manchmal ziemlich hart-kantig diese Dinger). Aber nichts.
Verwirrt, warum es so schmerzt, ich aber nichts finden kann, stelle ich mich vor den Spiegel und versuche die Stelle zu sehen ohne mich für die Welt zu entblößen, und entdecke einen roten Punkt … und irgendwie denke ich immer noch an die Nadeltheorie und spüre einen zweiten starken Schmerzstich, direkt unten an den Schulterblättern. „Aha, die Nadel ist runtergerutscht“ und denke natürlich als Zweites „Verdammt, da ist doch keine Nadel!“

Und was erscheint? Gemählich spaziert eine Wespe aus meinem Bademantel!
Panik! Weil erstens der Schmerz immer schlimmer wird und zweitens das Vieh sich verheddert hat. Es folgt bühnenreife Akrobatik beim Versuch den Bademantel so schnell wie möglich sich vom Leib zu reißen ohne die Bestie dabei wieder zu berühren.
Schließlich schaffe ich es, ziehe mir nur meinen schwarzen Mantel über und renne in den WG-Gang um erst einmal Abstand von der torkelnden Wespe zu gewinnen.
Just in diesem Moment kommt mein Mitbewohner Flo die Treppe hoch, sieht mich, sieht mich nur in einem Wintermantel bekleidet und macht entschlossen kehrt nach dem Motto „Nee, das musst du jetzt nicht verstehn…“.
Und so kam es, dass ich jetzt im Oktober mit schmerzenden Schultern vor meinem Laptop sitze und mich frage, was diese Wespe mir sagen wollte. Denn in dem Moment als es geschah, habe ich mich gefragt, worüber ich denn um Himmels Willen im Blog berichten solle. Und die Antwort kam.