Kennt ihr das?
Plötzlich sitzt ihr mit sechs angefangen Aufgaben da und habt den Überblick verloren.
Bei mir passiert das sehr leicht. Es fängt an, dass ich:
einen Text übersetze (a)
und nebenbei interessante Bücher aus dem Online-Büchereikatalog heraussuche (b)
beim Text übersetzen (a) dann ein Wort nachschlagen muss –> Leo (c)
dabei auf ein andere Wort stoße, dass ich zuvor (!) schon im Etymologielexikon nachschlagen wollte und jetzt darin weitersuche (d)
aber dann kommt mein Mitbewohner herein und will Einkaufen gehen (e)
weil er aber noch ein wenig Zeit brauchte, um sich umzuziehen, habe ich noch nach Bildern aus dem Film „The Mummy Returns“ geschaut (f), da mir dort die Frauenkampfszene sehr gut gefällt.
Jetzt komme ich vom Einkaufen zurück und beantworte eine Mail von einer Freundin (g)
aber nicht ohne zuvor nach dem Lied gesucht zu haben, dass mir im Auto auf dem Weg zum Einkaufen so gut gefallen hat, nämlich „Don’t talk just kiss“ von Right Said Fred (h)
und ändere danach die von meiner Freundin angesprochene Stelle (g) in meinem Blog (i)
und überlege ob ich allgemein den Aufbau ändern sollte und google nach Ideen (j)
und beim Essen nebenher von Datteln sehe ich wieder das nachgeschlagene Wort (c) erinnere mich wieder an die Etymologie (d) und frage mich, was ich eigentlich bevor all diese Zwischeneinfälle kamen eigentlich machen wollte.
Jedenfalls erklärt dies das Phänomen, dass ich abundzu bis zu 10 Tabs offen habe, vier offene Bücher um mich herum gestapelt, mehrere Notizettel in verschiedenen Stadien an allen möglichen Stellen kleben habe und zwischendrin verstreut Tee und Litschis stehen. Nicht zu vergessen, den Einkaufskorb (k), die noch offene Frage, ob ich mir was kochen soll (m) und mein Mitbewohner, der mir die Rechnung gibt, die ich bitte überweisen soll (n).
Ok, das sind keine sechs offenen Aufgaben, die ich gerade auf meiner zehnspurigen, italienischen Gedankenautobahn zu koordinieren versuche – das sind „n“ – also 14 + momentan Blog schreiben.
Aber um ehrlich zu sein: Wenn ich nur eine Aufgabe hätte, würde ich sie nicht machen, weil es mir zu langweilig wäre…
So eine Lysann, die braucht ein bischen Verwirrung, ein bischen Veränderung in ihrem Leben. Und wie erzeugt man Verwirrung? Genau. Man biegt links ab, wo man immer rechts abgebogen ist.
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