Blogbrief
27 12 2007Kommentare : 3 Kommentare »
Schlagworte: Bücher, Schreiben
Kategorien : Lageberichte, Schreibexperimente
Nachtzeit
27 12 2007Auf Wissenschaft.de habe ich einen Artikel entdeckt, in dem Forscher belegen konnten, dass man Nachts so anders agiert, weil die Gefühle vom Verstand losgelöst sind. Das unterstützt meine These, dass das Tiefste nachts erscheint.
Sich zu verlieren in der Dunkelheit und plötzlich genau zu wissen welches Gefühl einen treibt, in einem Bild zu ertrinken oder die Worte in Tinte fließen zu lassen. Am Morgen darauf sind uns die Werke der Nacht meist fremd. Wir lassen uns verleiten zum Träumen, zum Schweben und finden uns selbst. Dinge, die ich in der Nacht schreibe sind Offenbarungen am Tag. Die Versuchung nur noch nachts zu leben ist immens. Doch wie ist es vereinbar nachts in die Tiefen der Welt einzutauchen und am nächsten Morgen aktiv an der hellen Welt teilzunehmen? Für mich ist es eine Entscheidung, denn beides geht nicht.
Als ich bei Bertrandt gearbeitet habe, musste ich früh aufstehen. Die Pflichten wurden vormittags erledigt, der Tag endete um 17 Uhr mit geistiger Erschöpfung, Essen und TV – das war das Leben das übrig blieb. Und in München? Da hatte ich Wochen für mich und lebte die Nacht, schlief wie es kam, aß wenn es sein musste, doch die Dunkelheit war mein. Die Isolation, der Sternenhimmel, die endlosen Gefühlswüsten, aufwühlende Bilder – sich zu verlieren ist so einfach. Man will nicht mehr auftauchen, alles wird intensiver und schärfer, der Blick wird individueller, das Gefühlsleben übermächtig.

Jetzt hat mich das Helle wieder, aber eines Tages…
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Schlagworte: Lebensgefühl, Träume, Wissenschaft
Kategorien : Am Rand, Gedanken
Einstimmen
14 12 2007Weihnachten naht.
Ich will euch nicht mit diesem schrecklichen Glühlämpchenhorror aus Amerika in den Advent schicken. Deswegen kommt nun hier der ausgleichende Part. Durch Mitsummen könnt ihr euch ideal auf die besinnlichen Tage einstimmen.
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Schlagworte: Musik
Kategorien : Am Rand, Schreibexperimente
Nee, oder?
13 12 2007Als ich dies sah, hoffte ich, es sei am PC entstanden. Dem ist nicht so.
Da hatten doch die Amis seit Ostern dran gebastelt, die Lämpchen zu kaufen, sich eine Choreographie auszudenken und das Lied in allen Einzelheiten auswenig zu lernen.
Es gehen sogar Legenden um, dass sich die Unfälle vor diesem Haus häufen würden, wegen den verstörten Fahrern.
Merry Christmas!
(Oder wenigstens Frohes Lachen!)
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Kategorien : Am Rand, Neues Erfahren
Trauertag
5 12 2007Eine Stunde ist gestern alt, doch ich bezeichne es im Folgenden trotzdem als heute.
Heute war ein ziemlich schlechter Tag für zwei Menschen, die ich mag. Und heute habe ich herausgefunden, dass das eigentlich dasselbe ist, wie wenn ich selbst einen doppelt schlechten Tag gehabt hätte. Dabei war mein Tag einfach nur unaufgeregt.
Und irgendwie ist es sogar noch schlimmer als wenn man selbst einen schechten Tag gehabt hätte: Man kann nichts tun. Vielleicht fühlt sich so die Schwangerschaft für Männer an.
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Kategorien : Am Rand, Gedanken
Dieburgs Maria
2 12 2007Die heilige Maria steht andächtig auf ihrer Säule. Auf kleinstem Platz sich vollkommen ausbreitend, verstrahlt sie Geborgenheit und heilige Stille. Um sie herum zieht sich ein Kreis aus Rosen, die sich von ihrer Kraft nähren. Braun dürre Ranken sind es jetzt, eher beschützend ziehen sie sich knarrend enger um die Marie, damit sie nicht friert, so wie sie. Der Wasserring, der die heilige Maria umschloss, ist vertrocknet.
Wenn im Sommer Sonnenstrahlen aus dem Wasser über ihr Gesicht schimmern, wie mag es sich wohl anfühlen?
Was der Name Maria bedeutet, ist nicht einstimmig geklärt. Es tauchen sowohl Erklärungen wie „die von Gott geliebte“ oder „die Widerspenstige“ sowie „die dem Meer entsprossene“, „die Betrübte“ oder auch „die Schöne“ auf. Wie weit doch diese Eigenschaften auseinander liegen. Es dokumentiert, wie viel in dieses alte Frauensymbol hineininterpretiert wurde.
Das Zeichen der heiligen Marie ist die Rose. Wie innig diese Verbindung ist, zeigt folgende Geschichte:
Auf einem alten Friedhof waren Grabmale zu finden, die zu verwittert waren, um sie einem Namen oder einer Zeit zuzuordnen. Doch ungeachtet ihrer Vergessenheit, blühte eine Rose auf einem einzelnen Grab. Ein Rosenkenner entdeckte sie und konnte feststellen, dass es sich um eine sehr alte Sorte aus den Anfangstagen der Rosenzüchtung handelte. Zu Goethes Lebzeit blühte sie dort und schmückt und schützt noch immer das Grab.
Etwas abseits der Groß-Umstäder Hauptstraße ist die Dieburger Maria zu finden. Nur wer sucht sie?
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Schlagworte: Darmstadt-Dieburg, Etymologie, Goethe, Inspiration, Philosophie, Symbole, Wörter
Kategorien : Am Rand, Gedanken, Neues Erfahren

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