Blogging-Stress

29 10 2007

Was tun, wenn einem die Themasuche für seinen Blog über den Kopf wächst?
An so viel ist zu denken, so viel kennenzulernen und dann soll ich noch nebenbei einen Blog mit neuen Beiträgen speisen. Am Besten noch täglich, um mit den Profis mithalten zu können. Und sinnvoll soll er auch noch sein! Was wollt ihr denn noch?
Das einzige Thema was mir gerade im Kopf rumschwirrt ist die Frage „Von was soll ich mich morgen ernähren?!“. Denn erst kommt das Fressen, dann die Moral – das wusste schon Brecht.

Heute zum Beispiel gab es Möhrchen und Karöttchen aus der Dose. Als Vorspeise natürlich, denn irgendwas Gesundes sollte man ja essen. Als Hauptspeise meinen Dauerbrenner: Milchreis. Mit einer Extraportion Zucker. Und leider auch schon das vierte Mal in Folge. Ist das das Ergebnis jahrelanger Predigten über die gesunde Ernährung?

Lebenslange Unterdrückung hat mich in meinem Verlangen nach ungesunden Speisen nicht aufhalten können. Ich war schon immer heiß auf Schokolade. Und jetzt, wo ich wirklich essen kann was ich will, blühe ich erst richtig auf.
Egal ob ich eine Nur-Milchreis-Woche durchziehe oder Kakao mit Butter zu jeder Mahlzeit aufs Brot schmiere in Ermangelung von Nutella, nichts ist unmöglich (ja ich fahre Toyota – woher wisst ihr das?).
Wer braucht schon Vitamine? Ich habe schon früh erkannt, dass das alles reines Marketing ist. Die alltägliche Herausforderung mit minimalstem Zeitaufwand und Zubehör, das Beste aus meinen Genussnerven herauszukitzeln, ist mein Hauptforschungsgebiet. Führend sind Tütensuppen. Erstens sind sie recht sättigend, zweitens schmecken sie ein bischen nach Hühnchen, drittens braucht man nur heißes Wasser und ein paar Minuten. Nicht zu vergessen, dass man theoretisch nichts mehr trinken muss.
Auch Dosenfutter ist toll: Ravioli oder Gemüse, egal ob warm oder kalt, Deckel auf und fertig is. Einziges Problem dabei ist, dass ich als Linkshänder an einem einseitigen Dosenöffner aussehe wie bei einem Selbstmordversuch und die Dose danach immer noch nicht offen ist.
Ja, die Welt des Essens…
Aber immer noch bleibt die Frage, was ich morgen essen soll. Ich glaube, ich mache mir morgen Grießbrei. Man soll sich ja vielseitig ernähren.





Küchenhorror

21 10 2007

Ich bin kein Freund von Horrorfilmen, denn das Leben ist furchteinflössend genug.
Beispielsweise Küche putzen. Damit meine ich nicht Teller waschen, ein bischen die Arbeitsplatte abwischen und mit einem Staubwedel durch die Wohnung hüpfen. Nein, echter, existenzieller Küchenkrieg. Über Schwamm, Wasser und Sprühfläschchen lacht der Küchendreck. Mit den Jahren hat er an Charakter und Härte gewonnen. Bei solch einem Dreck hilft nur noch Hochdruckreiniger, ätzende Spezialkozentrate und Drahtbürsten. Abgescheuerte Fingerspitzen und verrottete Madendörfer prägen die Landschaft. Doch der Wille, für die Zukunft eine bessere Welt – oder zumindest Küche zu schaffen, ist größer als die Übelkeit. Ich werde hier nicht in Einzelheiten erzählen müssen, was meinen Mitbewohnern und mir auf der Reise durch die verschiedenen Stadien des Schimmels begegnete – lasst euer Fantasie ruhig freien Lauf. Wenn darin noch festgebackene Schüsselsäulen und mit Dreckschleim gefüllte Abluftrohre vorkommen umso besser. Dass man bei solch einer Aktion auch etwas lernt ist nur gerecht: So entdeckte ich im verschütteten Gewürzbereich einen Eierwürzer, „verfeinert alle Eierspeisen delikat, ganz einfach und ideal bei Tisch“, bestehend aus Salz, Zucker und Gewürz für Eier (Senf, Curry, Pfeffer). Das es so etwas gibt? Auch eine fast neue Saftpresse kam ans Tageslicht und selbst der älteste WG-Mitbewohner kannte sie nur noch aus Erzählungen.
Jetzt ist es 17 Uhr, wir haben immer noch nicht alle Geheimnisse der Schränke gelüftet, drei Mülltüten sind gefüllt, zwei Schrubberinnen am Rande des Nervenzusammenbruchs, ein Helfer verschollen. Aber es kann ja nur besser werden.





Sticheln

20 10 2007

Wie man Geschichten für seinen Blog findet

Heute endete das beanspruchende Social-Software-Seminar bereits um 15 Uhr. Eine Stunde früher war ich also fertig und wollte nur noch unter die Dusche. Wochenende!
Da das Bad nicht viele Ablagemöglichkeiten hat, die entweder hygienisch oder trocken genug sind, ziehe ich mich meist im Zimmer aus und schlüpfe in den Bademantel, um Wäscheberge im Bad zu vermeiden.
Gesagt, getan. Ich stehe also gerade nackt im Zimmer als mir einfällt, dass doch schon seit heute morgen die ganze Zeit Bauarbeiter am Fenster vorbeiwatscheln und reinschielen, denn unser schönes Studentenwohnheim wird renoviert. Mit Vorliebe samstags, wie wir heut früh um 8 erfahren durften.
Ich werfe also einen panischen Blick Richtung Fenster und schlüpfe schnell in den Bademantel und – ZACK!

Zuerst dachte ich, da ist eine Nadel im Bademantel.
Bis mir beim Abtasten klar wird, dass das ziemlich unlogisch wäre.
Daraufhin denke ich, es muss also an dem Etikett liegen, das irgendwie in eine besonders empfindliche Stelle gepiekt hat (sind ja manchmal ziemlich hart-kantig diese Dinger). Aber nichts.
Verwirrt, warum es so schmerzt, ich aber nichts finden kann, stelle ich mich vor den Spiegel und versuche die Stelle zu sehen ohne mich für die Welt zu entblößen, und entdecke einen roten Punkt … und irgendwie denke ich immer noch an die Nadeltheorie und spüre einen zweiten starken Schmerzstich, direkt unten an den Schulterblättern. „Aha, die Nadel ist runtergerutscht“ und denke natürlich als Zweites „Verdammt, da ist doch keine Nadel!“

Und was erscheint? Gemählich spaziert eine Wespe aus meinem Bademantel!
Panik! Weil erstens der Schmerz immer schlimmer wird und zweitens das Vieh sich verheddert hat. Es folgt bühnenreife Akrobatik beim Versuch den Bademantel so schnell wie möglich sich vom Leib zu reißen ohne die Bestie dabei wieder zu berühren.
Schließlich schaffe ich es, ziehe mir nur meinen schwarzen Mantel über und renne in den WG-Gang um erst einmal Abstand von der torkelnden Wespe zu gewinnen.
Just in diesem Moment kommt mein Mitbewohner Flo die Treppe hoch, sieht mich, sieht mich nur in einem Wintermantel bekleidet und macht entschlossen kehrt nach dem Motto „Nee, das musst du jetzt nicht verstehn…“.
Und so kam es, dass ich jetzt im Oktober mit schmerzenden Schultern vor meinem Laptop sitze und mich frage, was diese Wespe mir sagen wollte. Denn in dem Moment als es geschah, habe ich mich gefragt, worüber ich denn um Himmels Willen im Blog berichten solle. Und die Antwort kam.





Debüt

19 10 2007

Willkommen in meinem kleinen Reich!

Das Entschlüsseln in all seinen Formen ist eine Leidenschaft von mir. Im Laufe der Wortreihen will ich euch meine Interessengebiete wie Etymologie, Mythologie, Symbolik, Archäologie oder Kunst näherbringen.

Viel Spaß beim Entdecken!





Kennt ihr das…?

19 10 2007

Selten findet man Texte oder Bilder, die das Gefühl in einem wecken „Mensch, genauso ist es!“. Egal ob dir jemand aus der Seele spricht oder über das tägliche Problem klagt, seine Schlüssel zu finden – es gibt immer Leute, denen es genauso ergeht wie dir. Die morgens nie genügend Zeit haben um im Sitzen ihr Toastbrot zu essen; die ewig lange To-Do-Listen erstellen um dann doch alles eine Woche aufzuschieben oder die manchmal einfach gerne die hetzenden Massen an Bahnhöfen beobachten.

Inwieweit es euch genauso ergeht wie mir, wird sich im Laufe der Wortreihen ergeben. Ihr habt den Schlüssel in der Hand, ich freue mich, wenn ihr ein wenig an meinem Leben teilnehmen wollt.

Willkommen!